TCA Warum Laura dell’Angelo so gerne und so erfolgreich beim TCA spielt. Gestern siegte man 5:4 gegen Luitpoldpark
Am Ende war es dann für Laura dell’Angelo doch ein relativ leichtes Spiel. Mit 6:2 und 6:2 setzte sich die Tennisspielerin des TC Augsburg gestern gegen Katharina Bräutigam durch und sorgte für die 1:0-Führung des Zweitligisten beim Heimspiel gegen den TC GW Luitpoldpark München. Am Ende gewann der TCA mit 5:4 und schloss die Liga als bester süddeutscher Verein auf Platz fünf ab.
Wieder einmal betätigte sich die 29-jährige Italienerin als konstante Punktesammlerin. Alle sieben Punktspiele bestritt sie, fünf Mal ging sie als Siegerin vom Platz. Im Doppel feierte sie sechs Siege. Auf Laura dell’Angelo ist halt einfach Verlass. Und das schon seit 2003. Damals, als sie mit der Profi-Tour aufhörte, kam sie zum TCA – und blieb. „Der TCA ist meine Familie“, sagt sie und lacht. „Laura ist unsere gute Seele und unser Ruhepol“, sagt Team-Manager Uwe Nothnagel. Er hat einen Teil seiner Aufgaben an seine Tochter Caroline und an Laura dell’Angelo abgegeben. „Das ist wichtig für mich. Sie entlasten mich und sie haben das Ohr an der Mannschaft.“ Und Laura hilft gerne. „Für mich ist es wichtig, auch außerhalb des Platzes etwas zu tun. Es ist sehr interessant“, sagt die Inhaberin einer Tennisschule in München. Genau solche Spielerinnen wie dell’Angelo oder Nothnagel machen das Herz des Teams aus und sorgen auch für Akzeptanz im Klub. Nicht alle Mitglieder beim TCA, wie auch in vielen anderen Vereinen, stehen dem Spitzentennis positiv gegenüber.
Früher wurde der, egal ob Männer oder Frauen, über den Verein finanziert, heute ist das Zweitliga-Team autark. Doch die Etats sind nicht leicht zu finanzieren. In dieser Saison wurde erstmals auch in der 2. Liga eingleisig gespielt. Sportlich wollte man die Liga aufwerten. „Viel hat man davon nicht bemerkt“, sagt dell’Angelo. Dafür stehe der enorme Aufwand nicht. Und so formiert sich, angeführt vom TC Luitpoldpark München, unter den Tennisvereinen schon Widerstand. Sie wollen die zweigleisige Bundesliga schon in der kommenden Saison zurück. Dessen Präsident Jochen Laass zählt zu den vehementesten Verfechtern der Rückkehr.
Gestern sah er aber noch auf der Anlage am Siebentischwald die 4:5-Niederlage seiner Frauen gegen den TCA. 4:2 führte der TCA nach den Einzeln, die Doppel wurden angesichts der Hitze nicht mehr gespielt und aufgeteilt. Übrigens: Das Doppel Nothnagel/dell’Angelo wurde für den TCA gewertet. Für dell’Angelo der vorläufige Abschluss eines tollen Tennis-Sommers. Mit ihrem neuen Freund, dem Trainer von Philipp Petzschner, feierte sie den Wimbledon-Sieg im Doppel, und beim Sieg ihrer Freundin Francesca Schiavone bei den French Open war sie live dabei. „Ich habe schon immer gewusst, dass sie das Zeug dazu hat. Es war eine Kopfsache und jetzt hat sie den kleinen Schalter umgelegt“, sagte dell’Angelo. Sie ist der Grund dafür, warum Schiavone beim TCA seit 2008 als Nummer eins geführt wird. Einmal trat sie für den TCA bisher an. Ob sich das wiederholt? „Man soll nie nie sagen“, sagt dell’Angelo. Ob dann in der ein- oder zweigleisigen 2. Liga, wäre egal. Für ein volles Haus wäre gesorgt.
TCA – Luitpoldpark München 5:4
Majeric – Bachmann 6:4, 4:6, 10:7; Pastikova – C. Klaschka 5:7, 4:6; Timotic – Hoffmann 6:1, 3:6, 6:10; Balducci – Hoch 7:6, 6:0; Nothnagel – Thiem 6:1, 6:2. Die Doppel wurden 2:1 für Luitpoldpark gewertet.
Bericht der AZ vom 12. Juli 2010 -
Quelle: www.tc-augsburg.de-14.8.2010
Uwe Nothnagel hat heute einen Pflichttermin. Wenn heute ab 15 Uhr das Finale der French Open beginnt, dann sitzt der Manager der Zweitliga-Tennisspielerinnen des TC Augsburg vor dem Bildschirm. Denn mit Francesca Schiavone (29) steht die aktuelle Nummer eins der Spielerliste des Zweitligisten im Endspiel. Nothnagel drückt die Daumen und hat insgeheim einen Traum: seine Nummer eins als French-Open-Siegerin auf die TCA-Anlage im Siebentischwald zu holen.
Teil eins ist durchaus machbar, meint Nothnagel: „Francesca ist die wohl athletischste Spielerin der Tour. Sie ist eine Sandplatzspezialistin und hat einen sehr unorthodoxen Stil.“ Allerdings gilt ihre Konkurrentin Samantha Stosur (Australien), als Favoritin.
Die Erfüllung des zweiten Teiles des Nothnagel’schen Traumes scheint fast noch unrealistischer. Seit 2008 steht Schiavone auf der TCA-Liste, doch gelang dem TCA dieser Coup nur auf Grund persönlicher Beziehungen. „Francesca spielt nur für uns, weil Laura Dell’Angelo eine sehr, sehr gute Freundin von ihr ist“, will sich Nothnagel nicht mit fremden Federn schmücken.
Dell’Angelo zählt schon seit Jahren zur Stammbesetzung des TCA und hat vor zwei Jahren ihren guten Draht zu Schiavone spielen lassen. Beide gingen eine Zeitlang gemeinsam auf die Tennistour. Auch beim bisher einzigen Einsatz vor genau zwei Jahren für den TCA spielte die Freundschaft und nicht das Antrittsgeld eine Rolle. „Francesca hat uns nur wegen Laura geholfen“, sagt Nothnagel.
Es war vor genau zwei Jahren am 8. Juni 2008. Der Bundesliga-Aufsteiger benötigte damals einen hohen Sieg beim TC WattExtra Bocholt, um die Klasse zu halten. Fußball-Fan Schiavone, sie steht auf Inter Mailand, kam direkt von den French Open nach Bocholt. Am Ende gewann der TCA mit 5:4, musste aber trotz Schiavone absteigen. Nothnagel schwärmt aber heute noch von der Begegnung. „Francesca hatte überhaupt keine Starallüren. Sie kam ohne Betreuer, hatte überhaupt keine Sonderwünsche. Sie hat mit uns beim Abendessen in Bocholt gefeiert, fuhr dann mit uns im Bus nach Augsburg, um am nächsten Tag von München aus nach Mailand zu fliegen.“
Der Siegeszug der kleinen Italienerin, die an Gianna Nannini erinnert, hat auch die Kluboberen des TCA aufgeweckt. „Ich habe schon Anrufe bekommen, ob es nicht möglich wäre, dass Francesca für ein Spiel kommen würde“, erzählt Nothnagel. Als einzig möglicher Termin käme der Saisonabschluss am 11. Juli in Frage. Dann spielt der TCA zu Hause gegen den TC GW Luitpoldpark München. Nothnagel hat im Internet schon recherchiert. „Am 3. Juli endet Wimbledon, am 12. Juli startet dann das Turnier in Prag. Es wäre also theoretisch möglich.“ Und praktisch? Nothnagel bleibt Realist: „Wenn sie kommt, dann nur wegen ihrer Freundschaft zu Laura. Es wäre ein reiner Freundschaftsdienst. Wir wollen uns da keine Jacke anziehen, die uns nicht passt.“
Bericht der Augsburger Allgemeinen vom 5. Juni 2010
Quelle: www.tc-augsburg.de 14.8.2010